Baci in gondola


Liebe Cami,

auch du hast ein Rezept bei mir bestellt. Wohin mit dem vielen Eiweiß war deine Frage. Erstens kann ich dir da das Rezept von Dorothée empfehlen: Rumfort-Makronen. Rumfort war mir eigentlich zunächst kein Begriff, obwohl Wikipedia mir versichert hat, dass dies ein sehr gebräuchliches Wort in der Gastronomiebranche ist. Aber jetzt weiß ich es. Rumfort steht für alles, was so rumliegt und fort muss. Also alle Reste die dringend aufgebraucht werden müssen. Wenn du dann immer noch Eiweiß übrig hast, dann solltest du eine Baisermasse machen. Aus der kannst du sowohl Baiserböden für Torten machen, also auch meine „Baci in gondola“. Und hier jetzt das Rezept:


Rezept (für ca. 60 Stück):

120 g Eiweiß (4 Stück)

120 g Zucker

1 Prise Salz

 

120 g Puderzucker

 

Kakaopulver zum Bestauben

Kuvertüre

 

Dieses Rezept für die Küsse in der Gondel habe ich aus meinem Urlaub in Cavallino mitgebracht. Ich bringe mir aus dem Urlaub eigentlich immer irgendwelche Rezepte mit. Die backe ich dann zuhause nach und stelle meine kleinen Kunstwerke in einem schönen Schälchen auf den Wohnzimmerschrank. Dort kann man sein gebackenes Glanzstück zuerst bewundern, dann bewundern lassen, und schließlich einfach aufessen. Wenn sie erst einmal aufgegessen sind, dann bleibt nur noch die Erinnerung an einen schönen Urlaub übrig und es stehen keine venezianischen Plastikgondeln auf dem Fernseher herum, die uns nur immer daran erinnern, wie wir wieder viel zu viel Geld für billigen Plastiktouristenramsch ausgegeben haben.

Cavallino liegt in einer langgezogenen Bucht unterhalb Venedigs. Daher kommt wahrscheinlich auch der Name. Vielleicht ist es sogar ein venezianisches Gebäck. Auf alle Fälle ein sehr romantisches Plätzchen und das in beiderlei Hinsicht: Eines zum Verlieben und eines zum Vernaschen, oder anders rum. Für die „Baci in Gondola“ muss ich zuerst eine Baisermasse anschlagen. Hierfür rühre ich das Eiweiß und den Zucker gut schaumig. Die Prise Salz kommt auch gleich dazu. Wenn ich einen schönen Eiweißschnee habe, dann rühre ich fleißig weiter und gebe nach und nach den gesiebten Puderzucker dazu. Jetzt gebe ich meine Masse in einen Dressierbeutel mit eine 11 mm großen Lochtülle und dressiere kleine Tupfen auf. Diese Tupfen bestaube ich dann noch vorsichtig mit Kakaopulver. Anschließend werden sie im Ofen bei ca. 80 – 90 ° C über Nacht getrocknet. Dann gebe ich auf das Unterteil eins jeden Plätzchens einen Tupfen temperierte Kuvertüre und setze immer zwei zu einem untrennbaren Kuss zusammen.

 

Viel Spaß beim Nachbacken wünscht Ihr Konditormeister

 

Martin Schönleben

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