Fastenkrapfen

Die Fastenzeit geht weiter. Natürlich wollen wir uns nicht wirklich einschränken. Deshalb habe ich ein Rezept aus dem 15. Jahrhundert herausgesucht. Denn nur so macht Fasten richtig Spaß:

Rezept aus „Rheinfränkisches Kochbuch 1445“

Eines der ältesten und wichtigsten Deutschen Kochbüchern

Originalrezept:

Wiltu machen kreppelin in der fasten so nym nusz vnde figen vnd stosz die cleine vndir ein ander vnd würcz isz nach dinem willen vnd werme isz in oley vnd erwelle isz in eime erhabendem deyge in  creppelin wise in einer pannen vnd gip isz kalt ubir disch daz sint wol smacken kreppelin

Für alle, die jetzt gar nichts verstanden haben, hier ein Versuch einer modernen Fassung:

Modernes Rezept:

Füllung:

300 g getrocknete Feigen fein gehackt

300 g geriebene geröstete Haselnüsse

100 g Zucker

100 g Honig

100 g Butter

5 g Zimt

150 g Milch

 

Milch aufkochen lassen und die anderen Zutaten unterrühren – auskühlen lassen.

Krapfenteig:

1000 g Weizenmehl

80 g Hefe

100 g Zucker

100 g Butter

15 g Salz

400 g Milch

80 g Eigelb (4 Stück)

150 g Vollei (3 Stück)

geriebene Zitrone, Vanille, Macis

Herstellung:

Aus 400 g Weizenmehl, 300 g Milch und 80 g Hefe einen Vorteig herstellen und ca. 15 Minuten reifen lassen. Den reifen Vorteig mit den restlichen Zutaten zu einem glatten, mittelweichen Hefeteig verarbeiten. Zudecken und an einem warmen Ort ca. 20 Minuten gehen lassen. Kurz durchkneten und kleine Krapfen abstechen. Die einzelnen Krapfen rund ausrollen. Mit verrührtem Ei bestreichen. Auf jeden Krapfen einen Klacks Füllung geben. Einklappen und am Rand andrücken. Die Krapfen abdecken und ca. 20 Minuten gehen lassen. Anschließend im heißen Fett backen und noch heiß mit Zimtzucker bestreuen.

Die Kombination Feigen und Nüsse hat uns allen sehr gut geschmeckt. So lässt es sich gar wunderbar fasten.

Oder man isst einfach nur einen Halben, was aber wirklich schade wäre.

Viel Spaß beim Nachbacken wünscht Ihr

 

Konditormeister Martin Schönleben

PS: Es ist wieder soweit, für alle die des Lesens überdrüssig sind, können sich am Sonntag  auf Radio Alpenwelle mein Rezept anhören. Wie üblich in der Sendung „Gsunga und Gspuit“ wahrscheinlich zwischen 13.00 Uhr und 14.00 Uhr. Wie immer moderiert der allerliebste Bernhard Ruf und spielt echte Volksmusik.

 

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