Felsenkuchen – ein lecker Plätzchen aus Hamburg

FelsenplätzchenMein Sohn Dominik und meine Schwiegertochter Lisa haben mir zum Geburtstag das Buch „Hamburger Küche“ von Hulda Behnke geschenkt. Das Original ist 1923 erschienen und ich bekam einen Nachdruck aus dem Severus Verlang. Natürlich geht es in diesem Buch hauptsächlich ums Kochen. Aber Gott sei Dank sind da auch ein paar Backrezepte drin. Nur Hamburger wäre auch nicht so das Wahre. Also habe ich mir gleich ein schönes Rezept ausgesucht. Und was muss ich feststellen. Kuchen sind für die Hamburger eigentlich Plätzchen. Ich kann jetzt hier von München aus schwer beurteilen, ob man in Hamburg vor knapp 100 Jahren zu kleinen Plätzchen Kuchen gesagt hat, oder ob das in der Hansestadt immer noch so ist. Aber kaum habe ich ein paar Seiten weiter geblättert, da sind sie dann auch schon die Plätzchen: Ingwerplätzchen, Friedas Plätzchen und Teekuchenplätzchen werden mir zum Nachbacken angeboten. Warum sie einmal Kuchen und ein paar Seiten weiter dann doch Plätzchen heißen, versteh ich als Bayer dann doch nicht so richtig. Muss man vielleicht auch nicht. Wer weiß, ob das den Hamburgern so verständlich ist?

Felsenplätzchen
Auf alle Fälle sind die diese kleinen Felsenkuchen oder Felsenplätzchen, wie man hier im Süden sagen würde, sehr feine kleine Mürbteigplätzchen. Außerdem sind sie sowas von schnell gemacht, da lacht das Konditorherz. Die Sultaninen und das Zitronat machen sie schön saftig und die Verwendung von Muskatblüte verleiht ihnen den nötigen exotischen Touch. Und wenn ich mir das ganze Rezept und die Herstellungsart so anschaue, dann werde ich den Verdacht nicht mehr los, dass diese jungen Felsen ein Vorläufer der Amerikanischen Cookies sein könnten. Aus dem deutschen Wort Kuchen wurde dann im Amerikanischen einfach Cookie. Könnte ich mir jedenfalls gut vorstellen, dass es so gewesen sein könnte. Aber dieses Feld überlasse ich besser den Gebäckforschern, vielleicht können sie Licht ins Dunkel bringen. Denn mir ist ja eigentlich nur eines wichtig: Schmeckt‘s denn? Und das kann ich mit einem klaren ja beantworten oder wie der Hamburger sagen würde: lecker!

Felsenplätzchen
Rezept (für ca. 100 Stück):

125 g Butter
125 g Zucker
2 g Muskatblüte
100 g Eier (2 Stück)
125 g Korinthen (ich Sultaninen)
65 g Sukkade (Zitronat)
250 g Weizenmehl (Type 550)
2 g Backpulver (1 TL)

Felsenplätzchen
Zubereitung:

Die Butter wärme ich ein wenig an, damit sie schön geschmeidig ist. Dann rühre ich Butter, Zucker und Muskatblüte schön cremig. Nun kommen die Eier nach und nach dazu. Zum Schluss rühre ich Sultaninen, Zitronat, Mehl und Backpulver drunter.Felsenplätzchen Dann setzte ich mit einem kleinen Löffel kleine Felsen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech.Felsenplätzchen Anschließend backe ich die jungen Felsen bei ca. 180 ° C (Umluft), im vorgeheizten Ofen, für ca. 8 – 10 Minuten goldgelb.Felsenplätzchen
In diesem Sinne viel Spaß beim Nachbacken wünscht Ihr Konditormeister
Martin Schönleben

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