Guidos Westerwellen

 

Die süßen Seiten der Politik Teil 14

Lieber Herr Westerwelle,

ich muss Sie hier an dieser Stelle noch einmal an Ihr Versprechen erinnern: Sie wollten mir ein Rezept zukommen lassen. Eigentlich habe ich mich ja gefreut, dass der Vorsitzende der F.D.P. meine kleine Kolumne mit einem Rezept unterstützt. Aber ich hätte es ja im Grunde besser wissen können. Denn dieses Versprechen haben Sie mir vor der Europawahl gegeben. Es war eben nur ein Wahlversprechen. So wundert es mich nicht, dass laut einer Umfrage 18 % gerne Horst Schlemmer zum Bundeskanzler gewählt hätten, hier weiß wenigstens jeder sofort, dass seine Versprechen auf keinen Fall eingehalten werden. Dies war vor einigen Jahren aber kein guter Auftakt für Ihren Bundestagswahlkampf, gleich am Anfang einen Wähler Ihrer Zielgruppe zu verärgern. Schließlich bin ich selbstständiger Konditormeister mit einer doch überregional bekannten Bäckerei-Konditorei im nicht so ganz bekannten Puchheim. Da Sie Herr Westerwelle sicher nicht wissen wo Puchheim liegt, verrate ich Ihnen auch dies. Meine Heimatgemeinde liegt im Westen von München. Herr Westerwelle, was soll ich denn jetzt meinen Innungskollegen sagen? Dass Sie Ihr Wahlversprechen nicht eingehalten haben, mir dafür Herr Seehofer gleich zwei Familienrezepte geschickt hat, dass die Linke Parteiführung mir am schnellsten geantwortet hat, dass die Grünen überhaupt gar kein Vollkorn mögen, Frau Pauli zwar auf Lack und Leder steht, aber anscheinend nicht auf Süßes, dass die SPD-Parteispitze sich nicht dem Genuss verpflichtet fühlt. Oder soll ich meinem Innungsvorsitzenden lieber berichten, dass anscheinend die Piraten-Partei-Vorsitzenden lieber im Internet surfen bei einer Tiefkühlpizza, anstatt sich etwas Süßes zu gönnen? Aber ich bin mir gar nicht mehr so sicher, ob ich überhaupt noch die Zielgruppe der FDP bin? Wahrscheinlich wissen Sie selbst nicht mehr so genau, wer Sie eigentlich wählen soll, etwa Herr Ackermann und seine Freunde?

Aber keine Angst Herr Westerwelle ich bin Ihnen nicht böse. Ob ich Sie allerdings gewählt habe, dass verrate ich an dieser Stelle nicht. Aber ich kann Sie verstehen. Sie sind ein vielbeschäftigter Mann und schließlich reisen Sie für unsere Bundesrepublik durch die Welt und sind für die große Außenpolitik zuständig. Da hat man für die süßen Seiten des Lebens keine Zeit mehr. Aber ich hatte noch etwas Zeit übrig, deshalb habe ich für Sie ein Gebäck kreiert: „Guidos Westerwellen“. Jetzt schließen Sie sozusagen zu Bismark dem alten Reichskanzler auf. Denn für ihn wurde der Bismarckhering erfunden. Oder Kaiser Franz-Josef er bekam den Kaiserschmarr’n zugeschrieben. Aber hier ist nicht unser ehemaliger bayerischer Ministerpräsident gemeint. Nein, natürlich kann es sich hier nur um den österreichischen Kaiser und Ehemann von unserer Sissi handeln. Aber eines sollte ich hier noch verraten, die Idee hatte eigentlich mein Bäcker Georg Bachter. Obwohl er kein Anhänger Ihrer Partei ist, fand mein Bäcker der Nacht, dass es an der Zeit wäre aus den überall bekannten und beliebten Donauwellen endlich Westerwellen zu machen. Im Prinzip ist dies ganz einfach und jeder kann sein bewährtes Rezept verwenden. Die Sauerkirschen einfach durch Blaubeeren ersetzten und in den Vanillepudding einfach ein paar Eigelbe mehr einrühren und schon hat man die Farbkombination der F.D.P. nämlich Blau-Gelb. Ich hoffe Herr Westerwelle Sie mögen Donauwellen, Sie lieben Blaubeeren und bei einem Vanillepudding können Sie nie widerstehen. Dann ist dies ab sofort Ihr Lieblingsgebäck:

Rezept (1 Kuchen 28cm x 6):

Sandmasse:

170 g Butter

170 g Zucker

200 g Eier (4 Stück)

2 g Backpulver

150 g Weizenmehl

50 g Kartoffelstärke

etwas Vanille und geriebene Zitronenschale

3 g Kakaopulver

250 g Blaubeeren

Für die Creme:

500 ml Milch

500 ml Sahne

100 g Butter

120 g Zucker

80 g Kartoffelstärke

200 g Eigelbe (10 Stück)

Vanille

Zartbitterschokolade

Zubereitung:

Vorneweg muss ich noch etwas anmerken, dass ich nämlich die Westerwellen für unser Geschäft als runden Kuchen gemacht habe. Deshalb ist dieses Rezept auch eigentlich für eine runde Form gedacht, aber wer will kann natürlich auch einen Blechkuchen daraus machen. Aber jetzt hurtig ans Werk und die Butter angewärmt und mit dem Zucker schaumig rühren. Die Eier nach und nach unterrühren. Die Gewürze dazugeben. Mehl, Stärke und Backpulver zusammen sieben und unter die Masse rühren. Jetzt auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech 2/3 der Masse aufstreichen. Unter das letzte Drittel der Masse rühre ich nun den Kakao. Diese Masse wird nun auf der weißen Masse verteilt. Jetzt mit einem Löffel die beiden Massen wellenförmig nur ein wenig vermischen. Es sollen nur Wellen entstehen. Anschließend die Blaubeeren darauf verteilen und im vorgeheizten Ofen bei 180 ° C ca. 35 bis 40 Minuten backen. Abkühlen lassen. In der Zwischenzeit die Creme bereiten. Die Kartoffelstärke mit Vanille, Eigelbe und etwas Milch glattrühren. Jetzt die restliche Milch mit der Sahne und dem Zucker aufkochen. In die kochende Milch das Stärke-Eier-Gemisch rühren. Unter ständigem Rühren noch einmal aufkochen lassen. Die Butter unterrühren. Dann den Vanillepudding auf den Blaubeerkuchen streichen und im Kühlschrank auskühlen lassen. Anschließend die Oberfläche mit dunkler temperierter Kuvertüre bestreichen. Wieder in den Kühlschrank stellen. Damit die Kuvertüre beim Schneiden nicht bricht, stellt man das Messer zuvor in heißes Wasser.

Und schon sind sie fertig die F.D.P.-Variante der beliebten Donauwellen.

Mir bleibt nur noch allen viel Spaß beim Nachbacken zu wünschen

Ihr Konditormeister

Martin Schönleben

 

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