Nonnenfürzli – ein klösterliches Fastengebäck

Auch die „Nonnenfürzli“ zählen zu den klösterlichen Fastengebäcken. Zu Ihrer Entstehung gibt es auch eine nette Geschichte:
Eine junge Nonne und ein Bischof sollen für die Namensgebung verantwortlich sein. Diese junge Novizin bereitete während der Fastenzeit Kücherl zu. Gerade als sie ihre aus Brandmasse gefertigten Kücherl in die heiße Fettpfanne gleiten ließ, betrat ein junger Bischof die mittelalterliche Klosterküche. Es zischte und brutzelte gewaltig. Als die Nonne den Bischof sah und die seltsamen Geräusche hörte, die da aus ihrem Schmalztiegel zum Bischof drangen, war ihr dies peinlich und sie wurde ganz rot im Gesicht. Der leutselige Bischof der doch etwas geschmeichelt war, weil eine junge hübsche Nonne seinetwegen rot wurde, segnete sofort die gebackenen Schmalzkücherl und nannte sie humorvoll „Nonnenfürzli“

Soweit die Geschichte zu diesem Gebäck. Aber wahrscheinlich ist der Name ganz anders entstanden. Wenn man den Namensforschern glauben kann, soll sich der Name für dieses Gebäck aus dem mittelniederdeutschen Wort „nunnekenfurt“ ableiten, man könnte dann praktisch „Nonnenfürtchen“ dazu sagen. Es bedeutet soviel wie „von den Nonnen zubereitet“. Wahrscheinlich hat dann irgend ein Witzbold „Nonnenfürzli“ daraus gemacht.


Rezept:
250 g Wasser
60 g Butter
10 g Zucker
Prise Salz
etwas abgeriebene Zitronenschale
125 g Mehl

150 g Eier (3 Stück)

40 g Rosinen

Zuerst stelle ich Wasser, Butter, Zucker, Salz und Zitronenschale auf den Herd und lasse dies aufkochen. Nun gebe ich das vorher gesiebte Mehl dazu. Jetzt muss ich kräftig mit einem Kochlöffel umrühren, damit mir die Masse nicht anbrennt. Wenn sich ein Kloß gebildet hat und sich die Masse ballenartig vom Topfrand löst, nehme ich den Topf vom Herd. Jetzt rühre ich die Eier nach und nach unter. Hier muss ich nur darauf achten, dass ich nicht zu viel Flüssigkeit auf einmal unter rühre, da sich sonst leicht Klümpchen bilden. Und ich möchte ja eine schöne glatte Masse haben. Zuletzt gebe ich die Rosinen unter meinen Teig. Jetzt sind meine Nonnenfürzchen eigentlich schon fast fertig. Ich erhitze Butterfett auf 165 ° C. Es muss genug Fett in der Friteuse oder Pfanne sein, damit die Nonnenfürzli darin schwimmen können. Mit Hilfe von zwei Teelöffeln steche ich nun kleine Nockerl oder Kugeln aus meiner Masse und gebe sie ins heiße Fett. Damit sie nicht am Löffel kleben bleiben, tauche ich die Teelöffel zwischendurch immer wieder in heißes Wasser. Wenn die Nonnenfürzli goldbraun gebacken sind, so nach etwa 3 Minuten Backzeit auf jeder Seite, hole ich sie mit einem Schaumlöffel aus dem heißen Fett und lasse die Nonnenfürzli kurz auf Küchenkrepp abtropfen. Anschließend wälze ich sie noch in Zimtzucker.

Mir bleibt nur noch gutes Gelingen zu wünschen. Ihr Konditormeister.

Martin Schönleben

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