Zwischenspiel – Der zweite Teil des Männerbackkurses zur Fußballweltmeisterschaft

Nachdem unsere Mädels die erste Hürde gemeistert haben, gibt’s am Donnerstag die zweite Zakin RidiHerausforderung. Für alle Jungs habe ich heute schon die nächste Kampfansage. Aber zuerst zum Spiel zurück, auch wenn es am Schluss noch einmal ein bisschen spannend wurde, so haben wir doch verdient gewonnen. Der zweite Gegner ist Nigeria und die zweite Backlektion heißt: Aus eins mach zwei. Was heißt dies für unsere Damen auf dem Fußballplatz? Auf den ersten Sieg folgt sofort der zweite Streich. Und für euch liebes Mannsvolk bedeutet dies, in unserer heutige Unterrichtsstunde lernen wir, wie wir aus einem Teig zwei verschiede Plätzchen zaubern. Aber zuvor noch ein paar eindringliche Worte an meine Geschlechtsgenossen. Liebe Männer, was musste ich lesen. Mehr Männer als Frauen haben das Eröffnungsspiel der Deutschen Frauen angeschaut. Bei der Fußball-WM 2006 jedoch war der Frauenanteil höher als die männlichen Zuseher, wahrscheinlich dank Publik Viewing. Nun frage ich euch, wie soll ich denn einen vernünftigen Männerbackkurs veranstalten, wenn ihr alle vor dem Fernseher oder auf öffentlichen Plätzen herumlungert? Jetzt sind doch Plätzchen angesagt! Auch wenn ich nur Kommentare von Frauen bekomme und sich alle Männer wegducken, ich bin noch nicht so weit aufzugeben. Der Kurs geht weiter, ob mit oder ohne starkem Geschlecht. Aber bedenkt, am besten kann man seinen Gegner analisieren, wenn man seine Süßspeisen nachbäckt! Liebe Geschlechtsgenossen, hier könnt ihr die Psyche der Gegnerinnen studieren, also der Nigerianerinnen. So wie unsere Spielerinnen das Spiel versuchen werden zu lesen, genauso analytisch müsst ihr das Rezept lesen:

Zakin Ridi

Nigerianische Sesamplätzchen

 

Rezept (für ca. 200 Stück):
250 g Sesam
300 g Zucker
200 g Butter
Mark einer halben Vanilleschote
etwas abgeriebene Zitronenschale
1 Prise Salz

4 Eier (200 g)
600 g Mehl
4 g Backpulver

ca. 120 g Sesam zum Bestreuen
Johannisbeermarmelade um Füllen
Puderzucker zum Bestauben

Zubereitung: Zuerst röste ich den Sesam goldbraun. Diesen lasse ich abkühlen. Anschließend wiege ich mir 250 g davon ab. Den Rest stelle ich beiseite, ihn brauche ich erst später wieder. Nun nehme ich die Hälfte der 250 g Sesam und zerstampfe sie im Mörser. Dann gebe ich die ganzen und den zerstampften Sesam in eine Schüssel. Hier hinein kommen nun Zucker, Butter und die Gewürze. Dies verknete ich gründlich. Nun knete ich immer ein Ei unter die Sesammasse. Wenn alle Eier untergerührt sind, dann knete ich Mehl und Backpulver unter. Diesen Teig wickle ich jetzt in eine Folie und dann ab in den Kühlschrank. Jetzt muss er erst einmal gut durchkühlen. Am Besten über Nacht, ein paar Stunden können auch schon genügen. Am nächsten Tag rolle ich meinen Sesamteig 2,5 mm dick aus. Diesen bestreiche ich mit einem verquirltem Ei, dass ich vorher mit etwas Wasser verdünnt haben. Nun streue ich einen Teil des restlichen Sesams darauf und steche mit einem Blütenausstecher kleine Plätzchen aus. Alle Ausgestochenen lege ich auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Hier bietet sich natürlich an 11 Stück in eine Reihe zu legen. Jedoch habe ich Bedenken, da die Haushaltsbleche doch etwas kleiner sind, wie meine Backblech. Vielleicht legen Sie ja die Teiglinge in einer Viererkette an. Oder wie wäre es mit 4-4-2. Ihnen wird schon etwas passendes einfallen. Bei ca. einem Drittel steche ich in der Mitte noch ein Loch aus. Dann die Reste zusammen drücken und noch einmal ausrollen und ausstechen. Was jetzt noch übrig bleibt, sollte man nicht noch einmal ausrollen, da der Teig immer zäher wird. Ich könnte jedoch eine Rolle formen in Zimtzucker rollen und kalt stellen. Wenn sie kalt genug ist, schneide ich die Rolle in Scheiben und backe diese Plätzchen. Dann hätten wir sogar drei Sorten. Aber nun zurück zu den anderen kleinen Köstlichkeiten. Ab in den Ofen mit den „Zakin Ridi“, bei ca. 180 ° C, für etwa 8 – 10 Minuten. Schön goldgelb müssen sie gebacken werden. Wenn die nigerianischen Plätzchen gebacken sind, werden die Hälfte der Plätzchen mit Johannisbeermarmelade gefüllt, das ausgestochene Oberteil mit Puderzucker bestaubt und auf die Unterteile gesetzt. Fertig sind zwei Sorten Plätzchen. So einfach macht man aus einem Teig mehrere Sorten Plätzchen. Damit könnt ihr sicherlich euere Mädels beeindrucken, mehr jedenfalls als wenn ihr Fußballlieder grölt und dabei keinen Ton trefft.

Fazit: Ein Plätzchen für alle, die nicht so süße Sachen lieben. Ideal zum Wein als Knabbergebäck. Mir hat es vor allem der intensive Sesamgeschmack angetan. Unbedingt rösten, nur dann kommt er rüber dieser nussige Sesamgeschmack.

Mit solidarischem Gruße und viel Spaß beim Nachbacken wünscht

 

Euer Konditormeister Martin Schönleben

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