Bienenstichli für Frau Schavan

Die süßen Seiten der Politik – Teil 19

Liebe Frau Annette Schavan,

als Bundesministerin für Forschung und Bildung haben Sie eigentlich einen der wichtigsten Posten bei uns in der Regierung. Das Problem ist nur, das bei uns ja Bildung Ländersache ist und sich die Ministerpräsidenten und ihre Bildungsminister nicht so gerne reinreden lassen. Vor allem wir hier in Bayern mögen es nicht so gerne, wenn uns jemand etwas vorschreiben will, schließlich haben wir ja den Laptop schon in unserer Lederhose eingenäht. Bildungsstickereien nennt man so was.  Auf alle Fälle bleibt dann für sie nur noch die Forschung übrig.

Oder Sie setzten sich für die Frauen ein. Was habe ich auf Ihrer Internetseite gelesen: Mit 4,5 Millionen Euro unterstützen Sie die Kampagne: „Komm mach MINT!“. Was ist MINT, wird sich die Leserin  meiner Seite fragen. 4,5 Millionen Euro für eine Pfefferminzkampagne? Nein natürlich nicht, liebe Foodbloggerinnen! MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik und soll mehr Frauen für diese Berufe begeistern. Super so viel Geld  damit Frauen Berufe ergreifen, die sie nicht interessieren. Ich hätte da auch einmal ein Anliegen.

Dazu muss ich aber erst einmal ausholen, damit sie mein Ansinnen auch verstehen können. Zu meiner Jugendzeit war Konditor ein reiner Männerberuf. Die alten Konditoren waren nämlich der Meinung, dass dies kein Beruf für ein zartes Mädchen wäre. Körperlich viel zu anstrengend, das ganze Schleppen der großen Bleche, die Hitze am Ofen und einfach generell und überhaupt….. So war es in den 80er Jahren nicht einfach für ein Mädchen eine Lehrstelle als Konditor zu finden. Oft sogar unmöglich, da viele Meister keine Mädchen in ihrer Backstube wollten. Aber dies hat sich vollkommen gewandelt, wir armen Männer sind mittlerweile in der Minderheit. Der ehemalige Männerberuf Konditor ist zu einem Frauenberuf geworden. Sie sind doch mit mir sicherlich einer Meinung, dass dies so nicht bleiben darf und wir deshalb gemeinsam eine Initiative gründen „MADOZ“ oder ausgeschrieben: „Männer an den Ofen zurück“. Ich glaube, dass 2,25 Millionen Euro durchaus genügen würden für diese der Gleichberechtigung verpflichteten Kampagne. Zuerst sollen wir einen Fachkongress veranstalten zum Thema: „Wie können wir wieder mehr Männer für Frauenberufe begeistern?“ Anschließend müssen wir mit Potenzialanalysen für Hauptschüler, Mentoringprogrammen, Talent-Schulungen in Bakingstuben, Schnupper- und Projekttagen in Backshops dazu beitragen, dass die jungen Männer wieder zu einer geschlechtergerechten Laufbahn zurückfinden. Sodann müssen wir bei den Unternehmern dafür werben, dass sie Chancengleichheit der Geschlechter wieder als Wettbewerbs- und Standortfortteil erkennen. Wenn dies wieder in die Köpfe der Konditoren eindringt, dann würden sie auch wieder verstärkt um männlichen Nachwuchs werben. Damit endlich auch die Männer wieder zu gleichwertigen Partner in der Konditorei werden können und als nächsten Schritt die Führungspositionen wieder von männlichen Bewerbern eingenommen werden.  Sie sehen also Frau Schavan es gibt viel zu tun in meiner Branche. Ich glaube fest daran. Jedoch werden da die 2,25 Millionen wohl nicht reichen.

 

Aber vor lauter Projektplanung habe ich ja Ihren Bienenstich ganz vergessen. Sie haben mir doch geschrieben, dass ein Bienenstich ihr Lieblingsgebäck wäre. Natürlich habe ich mir auch zu Ihrem Lieblingsgebäck Gedanken gemacht. Jedoch musste ich feststellen, dass es im Internet schon Rezepte zum Thema Bienenstich gibt. Z. B. hier. Also habe ich Bienenstichli gebacken, sozusagen die Schweizer Plätzchenvariante dieses beliebten Deutschen Sahnegebäcks.

Bienenstichli

 

Rezept (für 96 Stück):

200 g Sahne

100 g Butter

200 g Zucker

20 g Bienenhonig

 

300 g gehobelte Mandeln

100 g Orangeat

15 g Mehl

 

etwa 450 g Butterteig

Ganache:

200 g Sahne

400 g Vollmilchkuvertüre

etwas Vanille

 

Zubereitung: Zuerst bereite ich den Butterteig und stelle ihn kalt. Dann gebe ich Sahne, Butter, Zucker und Honig in einen Topf und bringe dies zum Kochen bringen. Dies lasse ich solange köcheln bis es ein wenig eingedickt ist und anfängt eine leichte Karamellfarbe zu bekommen. In diese dickflüssige Masse kommen nun Mandeln, Orangeat und das Mehl. Nachdem ich alles gut verrührt habe, streiche ich die Bienenstichmasse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backpapier. 30 x 40 cm soll meine Bienenstichdeckel groß sein. Dann in den vorgeheizten Ofen bei ca. 180 ° C für ca. 15 bis 20 Minuten schön goldbraun backen. In der Zwischenzeit rolle ich den Mürbeteig auf 2,5 mm Dicke aus (messerrückendick) und lege auch diesen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Nun schneide ich zuerst außen die ganze Platte auf 30 x 40 cm. Dann scheide ich die Platte mit einem Teigrad in 2,5 x 5 cm Rechtecke. Lasse aber alle so auf dem Blech wie sie sind. Erst nach dem Backen wenn der Butterteig kalt ist kann man sie leicht auseinander brechen. Ab in den Ofen bei ca. 180 ° C für ca. 10 – 12 Minuten goldgelb backen und dann auskühlen lassen. Jetzt koche ich einen Ganache. Hierfür einfach die Sahne mit der Vanille kurz aufkochen und dann die fein gehackte Kuvertüre unterrühren. Dann stelle ich meine Füllung in den Kühlschrank zum Abkühlen. Jetzt nehme ich meine gebackene Bienenstichmasse, sie sollte noch warm sein, dann kann man sie leichter schneiden. Wenn sie schon zu kalt ist, dann gebe ich mein Blech einfach noch für ein oder zwei Minuten in den Backofen, dann wird sie wieder angewärmt und weicher. Auch meine Deckel schneide ich jetzt in 2,5 x 5 cm große Rechtecke. Jetzt kann ich die Bienenstichli zusammensetzten. Unten der Mürbeteigboden, in die Mitte der Ganache und dann oben drauf die Bienenstichdeckel.

 

Und ich kann Ihnen nur noch viel Spaß beim Nachbacken wünschen

 

Ihr Konditormeister

 

Martin Schönleben

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