Am Freitag ist die letzte Lesung für den Puchheimer Buchpreis. Dann gibt es nur noch sozusagen als Abschlussveranstaltung unser “Literarisches Kaffeekränzchen” am Sonntag, dem 12. Oktober, in der Buchhandlung Bräunling. Aber zuerst gibt es noch am Freitag, dem 08. August um 19.00 Uhr in der Puchheimer Stadtbibliothek die Lesung von Janine Adomeit – Die erste halbe Stunde im Paradies. Ich freu mich schon drauf und hoffe, ihr kommt so zahlreich wie bei den vorhergegangenen Lesungen. Aber jetzt zum Buch und warum ich Schaumwaffeln gebacken habe, obwohl es doch so viele andere Möglichkeiten gegeben hätte:
Das Buch beginnt mit einer Reise der ganzen Familie nach Pisa. Dort gibt es, wie kann es auch anders sein, erst einmal Tiramisu und Pizza.
Später, längst erwachsen, ist die Protagonistin von Hamburg-Eimsbüttel nach Haasbüll (Nordfriesland) umgezogen:
„Ich habe gern meinen Frieden. Aus demselben Bedürfnis heraus bin ich damals, ich hatte meine Stelle im Unternehmen gerade erst angetreten, von Hamburg-Eimsbüttel nach Haasbüll gezogen, mitten rein ins nordfriesische Nichts, knapp dreihundert Einwohner, absolute Ereignislosigkeit, Arsch der Welt. Wenn ich ausnahmsweise zu Fuß im Ort unterwegs bin, …“
Das sind eigentlich alles Steilvorlagen für mich. Italien und eine feine Tiramisu kommt doch immer gut an. Auch für Hamburg habe ich viele Rezepte parat, von Franzbrötchen über Elbmuscheln gibt es viele feine Spezialitäten. Franzbrötchen hätte sicher Frau Bräunling gefallen. Zuletzt noch Nordfriesland, auch für Friesland habe ich einige spezielle Plätzchen auf Lager. Aber dann bin ich auf Seite 28 über die folgenden Zeilen gestolpert:
„Ich vermute, er will es sich auf Firmenkosten noch einmal ein Wochenende lang gut gehen lassen und zeigen, was er so drauf hat. Papa Bär spielen. Es sei ihm gegönnt. Seinen Abschied in den Ruhestand wird es aber nicht unbedingt leichter machen. Es tut mir leid, wenn ich daran denke, was ihm bevorsteht. Anfangs wird er morgens wie gewohnt aufstehen, duschen, sich rasieren und anziehen, seine Hasenbrote schmieren und mit der Tupperdose und der zerkratzten Thermoskanne ins Auto steigen – ins neue kleinere, weniger eindrucksvolle Auto, denn den schicken …“
Irgendwie ist mir der Begriff Hasenbrot sofort ins Auge gesprungen und hat mich nicht mehr los gelassen. Also habe ich mal nachgeforscht, was denn so ein Hasenbrot eigentlich ist und schnell Wikipedia gefragt.
Hasenbrot:
Ein alter umgangssprachlicher Begriff für ein nicht gegessenes und wieder mitgebrachtes Pausenbrot.
Oder eine Wegzehrung, die von den Erwachsenen nicht verspeist wurde, sondern für die Kinder aufgespart und mit nach Hause gebracht wurde. Im übertragenen Sinne für die Kinder bestimmter Leckerbissen. Jedoch wurde das Hasenbrot letztendlich meistens weggeworfen.
Heute wird der Begriff kaum mehr verwendet.
Hasenbrot bezeichnet:
- die Pflanzenart Luzula campestris, siehe Feld-Hainsimse
- regional: ein nicht gegessenes, wieder heimgebrachtes Pausenbrot
- altes, hartes Brot, das an Hasen verfüttert wird (österr.)
- regional: eine flache, mit Schokolade überzogene Schaumwaffel
Deshalb backen wir jetzt:

Schaumwaffeln – Hasenbrote
Zutaten für ca. 40 kleine Waffelbecher:
40 Waffelbecher fertig gekauft
350 g Zucker
150 g Eiweiß (5 Stück)
1 Prise Salz
125 g Wasser
3 Blatt Gelatine
1 g Vanillepulver (1 gestr. TL)
Glasur:
600 g Zartbitterkuvertüre
30 g Butterfett
Zubereitung:

Zuerst weiche ich die Gelatine in kaltem Wasser ein. Dann schlage ich das Eiweiß mit der Hälfte des Zuckers und einer Prise Salz zu einem festen Schnee auf. Die andere Hälfte des Zuckers koche ich zusammen mit 125 g Wasser zu einem Sirup. Wenn der Sirup 121 °C erreicht hat und das Eiweiß ein fester Schnee ist, rühre ich die Hälfte des Zuckersirups unter das Eiweiß. Anschließend drücke ich die eingeweichte Gelatine gut aus und löse sie im restlichen Zuckersirup auf. Dann schlage ich die aufgelöste Gelatine mit der Vanille unter das Eiweiß. Die Vanille unterrühren. Jetzt fülle ich die Baisermasse in einen Spritzbeutel mit einer 14 mm großen Sterntülle und befülle damit die Waffelbecher. Nun muss ich nur noch das Butterfett in der flüssigen Zartbitterkuvertüre auflösen und damit die Schaumwaffeln überziehen. Wer will, kann die Hasenbrote mit Kokos oder Zuckerperlen verzieren.

PS: Wer mehr über alle vier Bücher erfahren will, der sollte zu unserer Abschlussveranstaltung zum Puchheimer Buchpreis kommen. Am 12. Oktober ab 15.00 Uhr kocht Frau Bräunling feinen Kaffee und ich bringe die passenden Gebäcke mit. Denn in der Buchhandlung Bräunling veranstalten wir ein “Literarisches Kaffeekränzchen”. Dort gibt es aus jedem der vier vorgeschlagenen Büchern ein passendes Gebäck zu feinstem Kaffee und Tee. Z. B. könnt ihr dort das Hasenbrot probieren.
