

Lieber Herr Alexander Bayas,
Sie sind ja mit Ihren 20 Jahren der mit Abstand Jüngste im Reigen der Bürgermeisterkandidat*innen und treten für „die Linke“ an. Sie studieren Informatik und sind schon seit einigen Jahren politisch aktiv.
Nicht nur, dass die Linke bisher noch nie für den Stadtrad in Puchheim angetreten ist, Sie wollen auch noch gleich Bürgermeister werden. Man kann das natürlich jugendliche Überheblichkeit nennen, oder ein taktisch kluges Manöver. Ich neige ja zum Zweiten. Schließlich sorgt eine Bürgermeisterkandidatur auch für mehr Sichtbarkeit der gesamten Partei. Im Endeffekt werden Sie ja jetzt zu jeder Podiumsdiskussion mit eingeladen, was Ihnen als einfacher Stadtratskandidat verwehrt geblieben wäre.
Seit Sahra Wagenknecht aus Ihrer Partei ausgetreten ist, befindet sich diese durchaus in einem kleinen Aufwind. Dieser Wind hat sogar Puchheim erwischt und so steht eine doch recht junge Riege in den Startlöchern und will mit Ihnen in den Stadtrat einziehen. Außer den Namen der Nominierten konnte ich jetzt nichts genaueres auf Ihrer Internetseite finden. Jedoch gibt es ein Foto auf dem die meisten Kandidaten abgebildet sind. Hieraus würde ich schließen, dass Ihre Partei die mit Abstand jüngste Riege aufgestellt haben und somit durchaus für frischen Wind im Stadtrad sorgen könnten.
Aber Jugend alleine reicht ja nicht, Sie haben natürlich auch ein Programm für die Wahl. Obwohl ein großes Programm wurde ja bisher noch veröffentlicht. Oder ich habe es einfach nicht gefunden. Jedenfalls Sie beschränken sich bisher auf zwei Themen:
1. Bezahlbaren Wohnraum in Puchheim schaffen
2. konsequenter Kampf gegen Rechts
Sie sagen z. B: “München zeigt, wie unkontrollierte Mieten Normalverdiener aus der Stadt drängen und uns sogar hier in Puchheim die Preise durch die Decke gehen. Als Bürgermeister werde ich dagegen stehen und sage: Puchheim ist nicht zum Spekulieren, sondern zum Leben da.”
Einer Ihrer Lösungsansätze ist, Sie wollen bezahlbaren Wohnraum in Puchheim schaffen. Etwa durch ein Neubaugebiet an der Alpenstraße mit Sozialwohnungen. Irgendwie kommt es mir so vor, als wollen alle Kandidatinnen unbedingt dort bauen. Aber trotzdem bin ich hier ganz bei Ihnen. Mein Vorschlag, den ich schon ausführlich bei Jean-Marie Leone ausgebreitet habe, wäre das Grundstück im Erbbaurecht günstig an eine Wohnungsgenossenschaft zu verpachten. So bleibt das Grundstück im Besitz der Stadt und die Genossenschaft kann für günstigen Wohnraum und Sozialwohnungen sorgen. So entstehen der Stadt keine oder nur geringe Kosten und trotzdem wird günstiger Wohnraum geschaffen.
Nächster Punkt: „Der Rechtsruck in der Gesellschaft dürfe nicht länger hingenommen werden. Für die Linke gehöre Antifaschismus untrennbar zur Kommunalpolitik.“
Was soll ich da jetzt sagen? Auch da kann ich im Grunde nur zustimmen. Es wird immer schlimmer. Hass, Fake-News, Beleidigungen nehmen immer mehr zu. Wir müssen wieder lernen, einander zuzuhören, richtig diskutieren, wenn es sein muss auch zu streiten, aber respektvoll. Wir dürfen den Rechten nicht den öffentlichen Diskurs überlassen.
So jetzt aber genug der Politik, widmen wir uns Ihrem Lieblingsgebäck. Sie haben sich von uns Rohrnudeln gewünscht. Ich liebe ja Rohrnudeln. Vor allem haben Rohrnudeln zwei große Aspekte. Erstens sind sie eine alte traditionelle bayerische Mehlspeise. Vor allem eine arme Leute Küche, die hauptsächlich in den bäuerlichen Familien gebacken wurde.

Aber es ist auch ein internationales Gebäck, das in vielen anderen Ländern gebacken wird, z. B.:
gefüllte Dalken aus Tschechien
Aranygaluska aus Ungarn
Kärtner Topfennudeln
Chelsea Buns aus England
Wespennester aus Bayern
Goldene Dukaten (Zlatni dukati) aus Kroatien
Saće (Honigwabe) – aus Kroatien
Stössla aus Franken
Tres Leches Cinnamon Rolls aus Mexiko und USA
Hot Cross Buns aus Australien

Was soll ich sagen, ich liebe Rohrnudeln. Vor allem, weil Sie so vielseitig sind. Ich bin schon gespannt, welche Variante Maxi ab dem 03.03.26 für uns backen wird. Also lieber Maxi was wirst du uns kreieren? Traditionelle, internationale oder am Ende gar verschiedene Variationen der Rohrnudeln.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Erfolg im Wahlkampf und allen Ihren Fans eine süße linke Überraschung in der Bäckerei Hünsche
Ihr Konditormeister Martin Schönleben
