Mürbe traditionelle Hasenöhrl für

Lieber Herr Thomas Hofschuster,

Sie wollen ja jetzt schaffen, was in Puchheim schon lange kein CSU-Politiker oder CSU-Politikerin mehr geschafft hat, nämlich Bürgermeister werden. Zuletzt ist dies Erich Pürkner von 1970 bis 1988 gelungen. Obwohl ja seit ich denken kann, immer die CSU in Puchheim die stärkste Fraktion stellt, ist es doch seit Ende der 80er Jahre immer der SPD gelungen, den Bürgermeister zu stellen. Wahrscheinlich, weil es der CSU über Jahrzehnte nicht gelungen ist, ihren eigenen Kandidaten/in entsprechend zu unterstützen, als auch mit anderen Parteien sich zu verbünden. Ich hoffe, Sie haben die volle Unterstützung in Ihrer Partei und zusätzlich haben Sie sich schon Verbündete in den anderen Parteien gesucht.

Sie sind verheiratet, haben 2 Kinder und eine eigene Anwaltskanzlei in Puchheim. Seit seit über 30 Jahren in der JU und CSU aktiv, sind Sie praktisch ein Puchheimer Urgestein.

Jetzt habe ich mir mal das Wahlprogramm von Ihnen und Ihrer Partei angeschaut. Zumindest die Kurzfassung, die auf Ihrer Internetseite steht:

  • Solide Finanzen und eine schlanke, bürgernahe Verwaltung
  • Neue Impulse für einen attraktiven Wirtschafts- und Gewerbestandort Puchheim
  • Stadtentwicklung mit erkennbarem Nutzen für die Lebensqualität der Menschen in Puchheim
  • Förderung von Kultur, Ehrenamt und Vereinen als Herz unserer Stadtgemeinschaft
  • Beste Bildung und ein familienfreundliches Umfeld
  • Sicherheit durch engen Austausch mit Feuerwehr, Polizei und Rettungskräften

Es gibt natürlich auch eine Langfassung, bei der dann noch ein bisschen genauer beschrieben wird, was damit gemeint ist. Aber selbst in der ausführlichen Fassung bleibt doch alles allgemein und so würden wahrscheinlich die meisten Puchheimer Stadträte und Stadträtinnen Ihre Punkte auch so unterschreiben. Aber dann wird es doch noch interessant bei Ihrem Punkt zur Asylmigration. Hier sagen Sie: „Puchheim ist an der Belastungsgrenze. Die vorhandene Sozialinfrastruktur darf nicht weiter überfordert werden….“ Soweit ja durchaus eine Position, die Ihrer Partei entspricht. Wenngleich in der CSU auch härtere Töne angeschlagen werden. Sie fordern dann: „Gemeinnützige Beschäftigungsmöglichkeiten für arbeitsfähige Asylbewerber sollen möglich sein.“ Auch wenn dies jetzt keine Politik ist, die in Puchheim entschieden wird, so ist es doch etwas, was mich sehr, als ehemaliger Selbstständiger, einer Bäckerei betroffen hat. Da ja Asylsuchenden immer wieder vorgeworfen wird, dass sie nicht arbeiten wollen, müssen wir zuerst einmal die gesetzliche Lage klären, denn Viele dürfen gar nicht arbeiten:

Die ersten drei Monate dürfen Asylsuchende nicht arbeiten. Des weiteren dürfen Flüchtlinge solange sie verpflichtet sind, in einer Aufnahmeeinrichtung zu wohnen, auch nicht arbeiten. Auch Asylsuchende aus „sicheren Herkunftsstaaten“ dürfen für die gesamte Zeit des Asylverfahrens nicht arbeiten. Auch für Geduldete aus diesen Ländern gibt es keine Arbeitserlaubnis. Die Wahrheit ist aber auch, das es natürlich wieder Ausnahmen von den Ausnahmen gibt usw.. Ein wahrer Paragrafendschungel, der es Ausländer*innen nicht gerade einfach macht Arbeit anzutreten. Dann kommt noch aus meiner persönlichen Erfahrung hinzu, eine gewisse Willkürlichkeit bei der Genehmigung von Arbeitserlaubnissen. Immer wieder habe ich es als Arbeitgeber erlebt, dass der eine oder die andere eine bei mir arbeiten durfte, während es anderen verwehrt wurde, ohne mir ersichtlichen Gründen. So aber kommen wir doch zu Ihrer Forderung zurück, „gemeinnützige Arbeitsplätze für arbeitsfähige Asylbewerber“. Warum nur gemeinnützige Arbeitsplätze? Warum dürfen viele Asylbewerber immer noch nicht arbeien? Warum werden ihnen so viele Steine in den Weg gelegt, nur damit sie nicht für sich selbst sorgen können? Es gibt für mich keine bessere Integration als die über Arbeit. Denn wenn die Asylbewerber arbeiten dürften, dann würden sie auch schneller unsere Sprache lernen. Und Sprache ist die Grundvoraussetzung für Integration. Außerdem braucht unsere Wirtschaft dringend diese arbeitsfähigen Leute. Stattdessen werden sie zurückgeführt oder sie dürfen nicht arbeiten und da wir dringend Fachkräfte brauchen holen wir dann andere aus dem Ausland. Für mich ist das einfach unfassbar dumm. Wenn sie doch schon da sind, muss man sie nur arbeiten lassen! Hier musste ich einfach ein bisschen drastischer werden, denn ich kann diese Logik einfach nicht verstehen!

Aber ich kann auch von einer gelungenen Integration berichten, zwar nicht in unserem Lande, aber trotzdem beispielhaft.

Eine Freundin und ehemalige Angestellte von mir ist nach Griechenland mit ihrem Mann und ihren Kindern ausgewandert. Sie hat mir erzählt, dass nun da die Kinder in der Schule sind und sie wieder angefangen hat zu arbeiten, sie einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht hat mit ihrem Griechisch, da sie in der Arbeit einfach gezwungen ist, Griechisch zu reden. Genau so muss es sein. So integriert man sich automatisch in eine andere Gesellschaft. Also um es kurz zusammen zu fassen. Alle Flüchtlinge sollten sofort arbeiten dürfen und bei ihrer Arbeitssuche natürlich unterstützt werden. Dann hätten wir viele Probleme weniger und um bei Ihren Worten zu bleiben, die Sozialinfrastruktur wäre nicht überfordert.

Dann kommen wir doch einmal zurück zur Kommunalpolitik. Denn eigentlich habe ich gedacht, dass von Ihrer Partei als größte Oppositionspartei in Puchheim, mehr Kritik am unserem SPD-Bürgermeister kommen müsste.

Aber das ist ja gar nicht so einfach, da die CSU ja eigentlich die Stadtpolitik immer mitgestaltet hat. Was ich ja grundsätzlich gut finde, dass die Fraktionen im Puchheimer Stadtrat konstruktiv zusammen arbeiten. Denn das ist ein wichtiger Punkt in der Politik, dass man diskutiert, seinen Standpunkt einbringt, auch natürlich in der Sache hart streitet, aber dann zu einem Kompromiss findet. So wie es ja meistens in Puchheim ist. Denn wir Demokraten müssen letztendlich immer zusammen halten und miteinander einen goldenen Mittelweg für Puchheim finden. Das finde ich gut, den Grabenkämpfe helfen uns nicht weiter.

Aber jetzt im Wahlkampf hat das für Sie einen großen Nachteil. Denn man kann nicht so genau erkennen, was denn alles anders werden würde, wenn Sie als Bürgermeister gewählt werden würden.

Aber nun genug der Kommunalpolitik, denn eigentlich geht es hier ja um die süßen Seiten der Kandidaten, deshalb zu Ihren Lieblingsgebäcken. Zuerst haben Sie mir gesagt, dass Sie viele Gebäcke lieben und es nicht so einfach ist, sich für eines zu entscheiden. Dann haben Sie gesagt, dass ihr klarer Favorit die Agnes-Bernauer-Torte der Konditorei Krönner aus Straubing wäre. Natürlich habe ich auch schon eine Agnes-Bernauer-Torte gebacken z. B. gab es diese Torte jedes Jahr im Oktober zu ihrem Todestag in meiner Bäckerei. Aber wie Sie richtig angemerkt haben, ist es praktisch unmöglich, sie genau so zu backen, wie in der Konditorei Krönner. Denn jeder Konditor hat seine eigene individuelle Handschrift und selbst beim gleichen Rezept, kommen in der Regel zwei unterschiedliche Gebäcke heraus. Würden wir also diese Torte backen, wäre es sozusagen eine Puchheimer Version der Agnes-Bernauer-Torte. Mich hätte diese Aufgabe aber trotzdem gereizt. Wer mein Rezept für eine saftige Agnes-Bernauer-Torte haben will, der findet dieses in meinem Buch: “Heimat – das Backbuch”

Aber Maxi Hünsche war sowieso sofort Feuer und Flamme für Ihr anders Gebäck, das eigentlich im Ranking der Agnes-Bernauer-Torte in nichts nachsteht. Es ist ein altes traditionelles bayerisches Schmalzgebäck, das immer mehr in Vergessenheit gerät: „Hasenöhrl“. Sie haben uns gleich ihr Familienrezept geschickt. Es stammt von Ihrer Oma. Solche alten Familienrezepte liebe ich ja und Maxi war auch begeistert. Er hat sie schon ausprobiert und für das Fett im Rezept hat er natürlich Butter verwendet. Ich muss sagen, das Rezept schmeckt sehr gut.

Durch den hohen Butterteig gibt es ein fein mürbes „Hasenöhrl“. Schmeckt mir persönlich einfach sehr sehr guad. Ich bin schon gespannt, wie sie Ihnen schmecken werden. Denn natürlich tragen diese “Hasenöhrl” die persönliche Handschrift von Maxi Hünsche. Für alle, die Ihre „Hasenöhrl“ einmal nachbacken wollen, gibt es hier das Rezept im Original handgeschrieben:

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Erfolg im Wahlkampf und allen Ihren Fans eine süße Überraschung in der Bäckerei Hünsche

Ihr Konditormeister Martin Schönleben

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