Nostalgische Amaretti und soziale Schmandkuchen für:

Lieber Jean-Marie Leone,

Sie sind ja praktisch schon ein Urgestein der Puchheimer SPD. Aufgewachsen in Puchheim in der Planie und seit 20 Jahren für die SPD im Gemeinde- und Stadtrat. Mitglied und auch aktiv in vielen Puchheimer Vereinen wollen Sie jetzt die Nachfolge von unserem Bürgermeister antreten.

Ich habe mir jetzt mal ihr Wahlprogramm angeschaut. Als ich mir das so durchgelesen habe, ist mir eigentlich nichts außergewöhnliches aufgefallen. Wenn man ihr Programm auf das Wesentliche reduzieren würde, dann könnte man sagen: weiter so wie bisher. Das ist natürlich auch gar nicht so unverständlich, haben Sie doch als Stadtratsmitglied und Sprecher der SPD-Fraktion den Kurs unserer Stadt maßgeblich mitgestaltet. Würden Sie also jetzt große Kritik an unserem Bürgermeister, oder an dem was unser Stadtrat in den letzten Jahren beschlossen hat, dann würden sie sich ja selbst kritisieren.

Was mir gleich positiv aufgefallen ist, dass auf der Puchheimer Stadtratsliste der SPD genauso viele Frauen wie Männer aufgestellt wurden. Schön, dass die Puchheimer SPD im 21. Jahrhundert angekommen ist. Jetzt mal eine Frage von mir: „War das bei der letzten Stadtratswahl auch schon so?“

Ihre Schwerpunke für Puchheim haben Sie wie folgt ausgeführt:

  • Ein gutes, friedliches und respektvolles Miteinander
  • Chancengerechtigkeit
  • Möglichst viel Wohnraum in kommunaler Hand
  • Die lokale Wirtschaft stärken

Zu Punkt eins muss ich sagen und da muss ich ein großes Lob aussprechen, denn das Ihnen der respektvolle Umgang miteinander ein großes Anliegen ist, haben Sie immer in den sozialen Netzwerken bewiesen. Denn Sie haben auch bei großen Anfeindungen immer die Ruhe bewahrt und waren um Sachlichkeit und Aufklärung bemüht. Ich muss sagen, dass hat mir immer gut gefallen.

Zweiter Punkt: Chancengerechtigkeit, hier können natürlich die meisten sofort zustimmen. Aber als SPDler wollen Sie natürlich für die Schlechtergestellten einstehen und ihre Chancen verbessern. Deshalb sprechen Sie ja auch von Gerechtigkeit und nicht von Gleichheit. Von hier kommen wir gleich zum Punkt Drei zu einem unserer drängendsten Probleme, die wir im Moment haben. Deshalb kann ich hier auch nur zustimmen mit Ihrem Wunsch möglichst viel Wohnraum in kommunaler Hand halten zu wollen. Ich möchte nur noch ein Stichwort in den Raum werfen: „Genossenschaften“. Denn ich liebe Genossenschaften! Für alle die jetzt irgend etwas linksradikales kommunistisches vermuten, für die möchte ich jetzt mal kurz erklären was eine Genossenschaft ist. Denn eine Genossenschaft übernimmt in einer kapitalistischen Gesellschaft eine wichtige Kontrollfunktion. Eigentlich funktioniert sie ja wie eine ganz normale Firma und muss sich am Markt behaupten. Aber ihr Ziel ist es ja nicht möglichst viel Gewinn zu erwirtschaften, sondern solche Genossenschaften haben ein anders Ziel, das sie sich selbst gegeben haben. Z. B. eine Wohnungsgenossenschaften will günstigen Wohnraum schaffen und deshalb wird der erwirtschaftete Gewinn nicht an irgendwelche Aktionäre ausgeschüttet, sondern bleibt in der Genossenschaft und wird z. B. wieder für Renovierungen oder neuen Wohnraum verwendet.

Nach der kurzen Erklärung kommen wir wieder zu Ihnen Herr Leone. Ich würde Ihren Schwerpunkt noch ausweiten und zwar: möglichst viel Wohnraum in kommunaler Hand und Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaften. Bitte nicht in private Hände geben!

Punkt 4: Die lokale Wirtschaft stärken wollen glaube ich fast alle Kandidaten und die Meisten wollen auch die Gewerbeflächen ausbauen. Also wahrscheinlich ein großer Konsens im kommenden Stadtrad.

Ich habe mir natürlich auch noch ihr gesamtes Wahlprogramm durchgelesen und habe festgestellt, dass die einzelnen Bürgermeisterkandidaten doch ähnliche Sachen fordern. Gut bei Ihnen ist die soziale Komponente doch auch stark ausgeprägt, aber bei den anderen Vorhaben, wird es hauptsächlich darum gehen, wofür am Schluss wirklich noch Geld da ist. Auch Puchheim hat nicht mehr unbegrenzt Geld zur Verfügung und muss sich genau überlegen wofür unsere Stadt es zuerst ausgeben will.

Jetzt wollen wir aber mal auf Ihre süßen Seiten blicken. Ihr Vater stammt aus Sardinen und deshalb haben Sie natürlich ein sardisches Gebäck ausgesucht: „Amaretti sardi“. Diese werden nicht von Ihnen selbst gebacken, sondern Sie bringen sich immer welche selbst aus dem Urlaub mit. Da ich ein Italienfan bin, ist das natürlich eine Steilvorlage für mich. Deshalb gibt es auch am Ende des Textes ein feines Rezept von mir. Mein Rezept ist so einfach, das können Sie bestimmt auch selbst nachbacken.

Apropo selber backen, Sie backen auch noch gerne Tiramisu, nach einem Rezept Ihres Vaters und Schmandkuchen werden gerne von Ihnen gebacken. Hier nehmen Sie ein Rezept aus dem Internet. Allerdings haben Sie das Rezept ein wenig angepasst und ersetzten das Mineralwasser durch Spezi. Wer das nachbacken will, hier ist der Link: https://www.chefkoch.de/rezepte/1293951234604856/Traumhafter-Schmandkuchen.html

Traumhafte Schmandkuchen aus der Bäckerei Hünsche:


Auch in der Bäckerei Hünsche wird es diese Woche Amaretti und Schmandkuchen geben. Allerdings hat auch Maxi sein Rezept etwas angepasst und präsentiert gebackene Schmandkuchen und keine Sahnetorten, wie die Ihrigen. Ich bin schon gespannt, wie Ihnen die Hünscheversion schmecken wird.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Glück im Wahlkampf

Ihr Konditormeister Martin Schönleben

Und für alle, die gerne italienisch backen hier als Bonus mein Rezept für:

Amarettus de Oristanu

Gli amaretti di Oristano

Oristano ist ein kleines Küstenstädchen im Westen Sardiniens und von hier stammen diese saftigen Amarettus, wie sie auf sardisch genannt werden. Sie sind anders als die normalen Amaretti, die in den verschiedensten Gegenden in ganz Italien gebacken werden. Denn diese Amaretti werden saftig gebacken und sind somit „Amaretti morbidi“. Die Knusprig-trockenen sind unter dem Namen „amaretti duri„ bekannt. Da die „amaretti di Oristano“ so einfach in der Herstellung sind, sind sie in den sardischen Familien sehr beliebt und werden gerne selbst gebacken.

Rezept für 38 Stück:

60 g Eiweiß (2 Stück)

160 g Kristallzucker

40 g Marzipan

230 g Mandeln fein gerieben

2 g geriebenen Zitronenschale (1 gestr. TL)


Kristallzucker zum Wälzen
38 Mandeln zum Belegen

Zubereitung:
Eiweiß mit der gleichen Menge Zucker zu einem festen Eischnee schlagen, den restlichen Zucker nach und nach unterschlagen. Jetzt Marzipan, Mandeln und Zitronenschale unterrühren. Es sollte einen klebrigen Teig geben. Kleine Kugeln von ca. 12 g abstechen und im Zucker zu Kugeln rollen. Auf ein Blech mit Backpapier legen. Mit einer halben oder einer ganzen Mandel belegen. Im vorgeheizten Ofen bei ca. 170 °C (Umluft) für ca. 10 – 12 Minuten goldgelb backen.

Viel Spaß beim Nachbacken wünscht

Ihr Konditormeister Martin Schönleben

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